wohnen im reichskriegsgericht

jedes mal wenn ich am ehemaligen reichsmilitärgericht vorübergehe, kann ich es kaum glauben. da wohnen jetzt wirklich menschen. in den alten, umgebauten büros und jetzigen wohnzimmern pupsen sie in ihre sofas, wo vor ein paar jahrzehnten noch todesurteile ausbaldovert wurden. sie stehen in ihrer küche und überlegen sich welches slowfood sie denn heute essen sollen, wo früher die todesrichter entlanggingen (die alten gerichtsgänge sind jetzt die küchen). ich bin kein sozialneider, hier nicht! trotzdem würde es mich unglaublich interessieren wer in so einem gebäude leben kann ohne schlecht zu träumen. und zwar von 1400 menschen, die eben in diesen räumen zwischen 1936-43 zum tode verurteilt wurden, weil sie desertierten, kriegsdienst verweigerten oder „kriegsverräter“ waren.

empfehlenswert ist die seite atrion-berlin „schöner mieten am lietzensee“ und dort unter impressionen die musterwohnung. übrigens dient der ehemalige gerichtssaal jetzt als gemeinschaftsraum, in dem sich die mieter des atrion zur zigarre und cognac treffen können/sollen.

weiterführende links:

junge welt vom 12.12.07

berlin.de –beschreibung

luise-berlin.de

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Dieser Beitrag wurde von kbrause geschrieben und am 02/02/2008 um 21:41 veröffentlicht. Er ist unter charlottenburg, kackberlin abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

5 Gedanken zu „wohnen im reichskriegsgericht

  1. Ohne die Hintergründe zu kennen spekuliere ich mal, dass der Großteil der Bewohner wahrscheinlich nicht weiss, was vor 70 Jahren in dem Haus passiert ist. Und wenn sie es doch wissen, dann ist es ja nicht so schwer, das zu verdrängen, denn es wurden ja „nur“ Leute in ihren Wohnungen verurteilt und nicht umgebracht.

    Ganz blöder Vergleich: Wenn eine alte Dame stirbt, zieht ja kurz darauf auch jemand neues in die Wohnung und wird spätestens beim ersten Gespräch mit den Nachbarn erfahren warum die Wohnung freigeworden ist. Und ich habe noch nie gehört, dass jemand mit dem Wissen wieder ausgezogen ist.

  2. auf der suche nach einer wg habe ich mir vor ein paar jahren mal ein zimmer angesehen. das hatte in der mitte des parketts so einen satansstern eingebrannt. vom vormieter. irgendwie hatte ich keine lust dort zu wohnen, mal ganz davon abgesehen von den strangen mitbewohnern! auch wenn in den ehemaligen gerichtsräumen keine „brandzeichen“ sichtbar sind, denke ich, werden die schwingungen nicht allzu gut sein. mal ganz esoterisch ausgedrückt.

  3. hansen sagte am :

    leider wird hier völlig unterschlagen, dass in der über 100-jährigen Geschichte dieses Gebäudes auch Recht gesprochen wurde. Es diente bspw. von 1951 bis 1997 als Kammergericht.

  4. hansen, es tut mir leid, das habe ich wirklich unterschlagen. danke für deinen beitrag!

  5. hansen sagte am :

    kein Problem. Grundsätzlich würde ich da aber auch nicht wohnen wollen/können; dieses Gebäude wirkt schon angsteinflößend.

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