Blümchen

Die Sonne scheint, die Zeit ist umgestellt, zu Hause hocken geht nicht mehr.

Beim Rausgehen fällt mir auf: überall nur Asphalt. Die einzigen Blümchen, die ich entdecke, sind vom Hausmeister in Absprache mit der Hausverwaltung, vom Landesumweltamt Berlin an dem See, wo ich wohne, in den Schrebergärten von den Schrebergärtnern (richtig, ich mag euch nicht) gepflanzt. Ansonsten gibt es nur noch private Pflanzen auf Balkonen oder käufliche Blümchen bei der Blumenhändlerin, die schon fast 100 Jahre alt ist, und der ich gerne die Blumenbinderei abnehmen würde, damit sie sich ein bisschen schont und es, ehrlich gesagt, auch schneller geht. Aber: nirgendwo wild wachsendes Gestrüpp. Ich wette, die haben alle Blumen und Gräser katalogisiert. Ich denke, typisch deutsch (mein Freund verdreht die Augen).

 

Guerrilla Gardening ist die Antwort auf das Preußentum. Ich war bei einer Freundin in London, die mir Unglaubliches gezeigt hat. Seitdem bin ich verliebt. Man nehme: ein paar Samen, ein bisschen Erde, vielleicht was zum Gießen, auch ein Spaten kann von Diensten sein und dann Reclaimt man the Street. Hier ein wenig Geraniensamen in die Erde, dort eine kleine Freesie. Drüben vielleicht ein paar Möhrchen und Zucchini. Wenn man Lust hat und vielleicht einen Freund, der einem hilft, könnte man diese Erdhäufchen, die um die Bäume herum freigelassen wurden, damit die Guten nicht gleich den Asphalt wieder komplett ruinieren, und die jetzt momentan nur von den Milliarden Berliner Hunden zugeschissen werden, mit ein paar Primeln verschönern. Sind nicht teuer, kosten unter einem Euro.

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Dieser Beitrag wurde von klaika geschrieben und am 28/03/2007 um 09:16 veröffentlicht. Er ist unter Uncategorized abgelegt. Lesezeichen hinzufügen für Permanentlink. Folge allen Kommentaren hier mit dem RSS-Feed für diesen Beitrag.

2 Gedanken zu „Blümchen

  1. hey klaika!
    hier hab ich was über einen bäcker gefunden, der getreide auf der straße anpflanzt:
    http://openpr.de/news/124849/Mach-Dir-n-Acker-Baeckerei-Johann-Mayer-pflanzt-Getreide-mitten-in-Schoeneberg.html

  2. Hm, hier in Nobelkreuzberg wird das Guerillieren bei den „Baumscheiben“ (so heißt das, glaube ich) von speziellen Gärtnereien übernommen, die dafür von den anliegenden Geschäften (Feinkost, Feinkost, Feinkost) bezahlt werden. Will aber nichts gegen das Konzept gesagt haben.

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